Grüngeflüster im Lichtkreis – Pflanzenbotschaften im Juni

Der Juni steht in voller Blüte – ein leuchtender Schwellenmonat, in dem sich das Licht verströmt, bevor es sich langsam wieder zurückzieht. Die Tage sind lang, warm und voller Duft. Und während die Sonne zu ihrem höchsten Punkt am Himmel aufsteigt, flüstern die Pflanzen in unseren Gärten, Wiesen und Wäldern ihre Geschichten – von Lebenskraft, Fülle und Wandlung.

Die Sommersonnenwende – ein heiliger Moment

Am 21. Juni feiern wir die Sommersonnenwende – den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres.
In alten Zeiten wurde dieses Sonnenfest als Litha zelebriert: mit Kräuterbuschen, Feuer, Tanz und Dankbarkeit für die reiche Erde. Es ist ein Wendepunkt – außen wie innen. Ein kraftvoller Moment, um innezuhalten, das eigene Licht zu ehren und sich zu fragen:

> Was in mir darf jetzt erblühen?
Was möchte ich dem Feuer übergeben?
Was nährt mich – und was darf gehen?

In dieser lichten Zeit zeigen sich auch viele Heilpflanzen in ihrer vollen Kraft. Einige von ihnen galten in der Sommersonnenwende-Nacht als besonders wirksam und wurden traditionell in dieser Zeit gesammelt

*Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Die „Sonnenseele“ unter den Heilpflanzen. Sie fängt das Licht ein – ganz wörtlich, in ihren goldenen Blüten und dem roten Öl, das sie verströmt.
Wirkung: Stimmungsaufhellend, nervenstärkend, sonnenverbindend.
Ritualidee: Pflücke es achtsam zur Sommersonnenwende und trockne es für lichtvolle Räuchermischungen im Winter

*Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die Pflanze der weisen Frauen – stark und sanft zugleich. Ihre filigranen Blätter und weißen Blütendolden bringen Ordnung, schützen und fördern die Intuition.
Wirkung: Zyklusausgleichend, entzündungshemmend, seelenstärkend.
Symbolik: Verbindung zwischen Erde und Kosmos.

*Kamille (Matricaria chamomilla)

Eine sanfte Heilerin mit sonnigem Gemüt. Ihre Blüten öffnen sich der Sonne wie kleine Lichtschalen.
Wirkung: Entzündungshemmend, beruhigend, magenstärkend.
Für Teemischungen, Kinderpflege und innere Wärme.

*Beifuß (Artemisia vulgaris)

Die große Kräuterweise der Sommersonnenwende. Beifuß wurde in Kränze geflochten, über Feuer gehalten oder als Räucherpflanze verwendet, um böse Geister und schwere Gedanken zu vertreiben.
Wirkung: Stärkend für Frauen, entkrampfend, visionär.
Ritualpflanze für Übergänge und Schwellenzeiten.

*Holunder (Sambucus nigra)

Die Hüterin zwischen den Welten. Wer zur rechten Zeit unter einem Holunderbaum sitzt, kann Geschichten hören, heißt es.
Wirkung: Immunsystemstärkend, schweißtreibend, zauberschützend.
Seine Blüten duften süß und fein – ideal für Sirup, Tee oder zum Räuchern.

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Ritual zur Sommersonnenwende

Licht sammeln, Altes verbrennen
Schreibe auf, was du hinter dir lassen möchtest. Danke dem, was war.
Dann entzünde ein kleines Feuer (eine Kerze genügt) und übergib die Zettel dem Licht.
Halte deine Pflanzenbündel über die Flamme und bitte um Kraft für den kommenden Zyklus.
Vielleicht begleitet dich dabei ein Tee aus Johanniskraut, Schafgarbe und Kamille.
Setze dich in die Dämmerung, öffne dein Herz und höre, was dir die Natur erzählen will.

✨ Ein Flüstern in dir

Der Juni erinnert dich daran: Du bist Teil dieses großen Kreislaufs.
Dein eigenes inneres Licht darf strahlen – und sich dann, ganz sanft, zurücklehnen.
Erblühe. Atme. Und vertraue darauf, dass auch das Loslassen ein Teil des Wachsens ist.

Sonnenwende – Eine magische Zeit

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