Es regnet seit Tagen.
Der Himmel weint sich aus,
und alles tropft, glänzt, lebt.
Zwischen Gurkenblättern und feuchter Erde
entfaltet sich ein leiser Zauber.
Kleine Schirme tauchen auf –
zart, gerieft, fast durchsichtig,
als wären sie nur für einen einzigen Tag geboren.
Sie stehen wie winzige Wesen
auf schlanken Beinen,
lauschen dem Wind,
halten Regen wie Gedanken fest.
Ich frage mich:
Wer hat sie hierher geschickt?
Sind es die Boten des Bodens?
Oder kleine Pilzpoeten,
die ihre Geschichten in den Humus schreiben?
Was auch immer sie sagen wollen –
ich lasse sie eine Weile bleiben.
Denn manchmal braucht es
nicht mehr als einen stillen Schirm
im Schatten einer Gurke,
um die Magie des Alltags zu entdecken und uns ein kleines Schmunzeln zu schenken.


