Heute flog mir ein kleiner Rotschwanz in die Wohnung – ein zartes, junges Wesen, das sich vielleicht verirrt hatte oder einfach neugierig war. Erst schlug sein kleines Herz ganz aufgeregt, panisch fast, als es versuchte, dem Unbekannten zu entkommen. Ich sprach leise mit ihm, hielt inne – und nahm es behutsam in meine Hand.
Langsam wurde es ruhiger. Ich spürte, wie sich sein Atem beruhigte, sein Herz sanfter schlug. Für einen Moment war da eine stille Verbindung, wie zwischen zwei Wesen, die sich gegenseitig erkennen. Kein Käfig, keine Angst – nur Wärme und Schutz.
Ich setzte es schließlich vorsichtig in den Blumenkasten vor dem Fenster. Von dort aus schaute es noch einmal zurück – dann breitete es seine Flügel aus und flog. Zurück in den nahen Wald. Zurück in die Freiheit.
Es sind diese kleinen Begegnungen, die uns erinnern, wie tief wir verbunden sind mit allem Leben.
Dass unsere Hände heilsam sein können.
Dass Vertrauen auch im Kleinsten wächst.
Und dass ein stiller Moment genügen kann, um etwas zu verändern – für einen Vogel. Oder für uns selbst.
Vielleicht braucht es manchmal nur eine Hand. Und ein Herz, das zuhört.
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Solea Fontaine


