Wenn du wüsstest

(Ein Bekenntnis, ein Text, ein Raum zwischen dem Schweigen, von Solea Fontaine)

Wenn du wüsstest,
wie oft ich noch ans Meer denke,
an deine Bilder,
diese schwebenden Aufnahmen aus Licht,
aus Wolken, aus Weite.
Als hättest du mir einen Atemzug geschenkt
für Tage, an denen ich das Atmen vergesse.

Du warst nie „mein“,
nicht auf die Art,
die Herzen mit Versprechen füllt.
Und doch war da etwas –
zwischen den Zeilen,
zwischen dem Lachen und dem Lauschen,
zwischen deinem sanften Schweigen
und meinem lauten Innern.

Ich habe dich nie geliebt
wie man jemanden liebt,
den man berühren darf.
Ich habe dich gemocht
wie man jemanden erkennt
ohne ihn je ganz zu kennen.
Ich habe dich vermisst
noch bevor du gegangen bist.

War ich zu viel?
Zu offen, zu weich, zu ernst?
War ich nur ein Ort für dich,
an dem du kurz verweilen konntest –
freundlich, höflich,
aber ohne Bleiben?

In meinem Schneckenhäuschen
hast du Licht hinterlassen.
Keine Möbel, keine Spuren,
nur ein warmes Fenster zur Welt.
Ich hätte dir Geschichten erzählt,
noch viele.
Ich hätte dich gefragt,
wie du hörst, wie du träumst,
wie du lebst, wenn keiner hinsieht.

Aber jetzt
antwortet niemand mehr.

Ich weiß nicht,
ob ich zu wichtig war
für jemanden,
für den ich vielleicht nur
ein heller Punkt auf der Karte war –
ein Moment, nicht ein Ziel.
Ich weiß nur:
Du warst mir mehr,
als ich dir je sagen konnte.
Oder durfte.
Oder sollte.

Ich erinnere mich an deine Stimme,
an dieses feine Innehalten,
wenn du zuhörtest –
als würdest du etwas sehen,
was ich selbst noch nicht sehen konnte.
Du hast nichts versprochen,
und trotzdem war da Verlässlichkeit.

Du hast mich nicht gehalten,
doch ich fühlte mich sicher bei dir.
Vielleicht war das das Seltene.
Vielleicht war genau das genug –
für einen leisen Abdruck im Herzraum,
den jetzt niemand mehr füllt.

Ich wünsche dir Gutes,
auch wenn du es nie hören wirst.
Ich wünsche dir Ankommen,
auch wenn ich nicht weiß,
ob du je aufgebrochen bist.
Und wenn du je an mich denkst –
dann vielleicht als die,
die nie mehr wollte
als einfach nur da zu sein.

Und trotzdem –
ich danke dir.
Für das Lachen,
für das Meer,
für die Brücken aus Worten,
für die Stille,
die nicht leer war.
Nur jetzt ist sie es.

Vielleicht liest du das nie.
Vielleicht spürst du es.
Vielleicht tragen die Wolken
unsere Namen
weiter,
irgendwohin,
wo man sich nicht erklären muss.

Vielleicht.

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