Heuduft & Herzklang

Ein leiser Abschluss unter dem Heumond

Manchmal wird es still inmitten des Sommers.
Nicht, weil nichts geschieht – sondern weil etwas in uns beginnt, sich zu ordnen.
Die Welt atmet in langen Zügen. Gräser rauschen, Insekten summen, der Himmel glüht in sattem Blau.
Und irgendwo dazwischen wird ein Raum frei.
Für dich.

Der Heumond trägt den Duft von Feldern, die geerntet wurden, von Sonne, die das Land durchdrungen hat, von Reife und Rückzug.
Er fragt nicht nach großen Plänen, sondern flüstert leise:
Wie geht es dir wirklich?

Nach innen lauschen – bevor das Außen ruft

Der Juli schenkt eine besondere Art von Alleinzeit. Kein Rückzug im klassischen Sinn, sondern ein sanftes Sich-zurück-Lehnen.
Kein Tun. Kein Müssen.
Nur das stille Dasein. Und das Vertrauen, dass darin alles wachsen darf, was wahr ist.

Vielleicht spürst du gerade eine leichte Müdigkeit. Vielleicht auch eine neue Klarheit.
Oder du bist einfach da – und das genügt.
Zwischen all den Stimmen da draußen darf deine eigene wieder lauter werden.

Ich muss nichts beweisen.
Ich darf einfach sein.

Ein kleines Ritual: Heuduft & Herzklang

Am letzten Abend des Juli oder an einem stillen Tag kurz davor kannst du dich mit einem kleinen Ritual bei dir selbst einkehren.

Du brauchst:
– Einen kleinen Strauß aus Heu, Lavendel oder getrockneten Wildkräutern
– Eine Kerze oder eine Schale mit Wasser
– Papier und einen Stift
– (Optional) eine Tasse Tee aus Johanniskraut, Kamille, Melisse oder dem, was dein Körper sich wünscht

So geht’s:

1. Bereite dir einen stillen Platz – draußen oder drinnen, mit Blick ins Grüne oder auf den Himmel.

2. Zünde deine Kerze an oder halte die Hände über das Wasser. Spüre die Verbindung zu dir selbst.

3. Nimm den Duft deines Kräuterstraußes wahr. Lass dich von ihm erinnern – an Leichtigkeit, an Erde, an Sommernächte.

4. Schreibe einen Satz auf, der dich durch diesen Moment trägt. Zum Beispiel:
„Ich bin genug, so wie ich bin.“ oder „Ich höre mir zu.“
Lege den Zettel unter den Strauß oder nimm ihn mit in den August.

5. Atme. Lausche. Trinke deinen Tee. Nichts weiter.

Wenn Innen und Außen sich berühren

Vielleicht spürst du nach diesem Innehalten wieder mehr Verbindung – nicht nur zu dir selbst, sondern auch zur Welt.
Denn oft beginnt echte Nähe dort, wo wir uns selbst wieder fühlen können.
Wenn du dir erlaubst, das zu tun, was dir wirklich Freude macht – barfuß gehen, zeichnen, lesen, tanzen, in Stille sitzen – dann verändert sich etwas. Du kommst in deine eigene Schwingung.

Und in diesem feinen inneren Einklang kann es geschehen, dass dir Menschen begegnen, die ähnlich schwingen.
Funkelseelen.
Die dich sehen, ohne dass du dich erklären musst.
Die Verbindung entsteht, ohne Anstrengung – einfach, weil du du bist.

Wer bei sich ist, wird gefunden.
Wer sich selbst erlaubt zu leuchten, zieht andere Lichter an.

Du darfst echte Verbindung zulassen.
Du musst nicht stark oder fertig oder besonders sein. Nur wahr.
Und das genügt.

Ausklang: Zwischen den Feldern

Wenn du magst, geh danach noch eine kleine Runde – barfuß im Gras, durch die Felder oder gedanklich über das, was im Juli gewachsen ist.
Vielleicht spürst du, dass sich langsam etwas Neues ankündigt. Vielleicht auch nicht.
Beides ist gut.

Noch ist es Juli.
Und dieser letzte Abend gehört dir.

Deine Solea ✨

Hinterlasse einen Kommentar