Der Februar ist ein Schwellenmonat.
Er liegt zwischen dem, was war, und dem, was noch keinen Namen hat.
Zwischen Winterruhe und erstem innerem Erwachen.
In diesem Jahr begegnen sich im Februar zwei Kräfte, die einander leise verstehen:
Imbolc – das Fest des wiederkehrenden Lichts –
und der Schneemond – der Vollmond der Klarheit und des Loslassens.
Der Schneemond – Stille, die klärt
Der Schneemond erscheint, wenn die Landschaft reduziert ist.
Farben sind gedämpft, Wege leise, die Welt wirkt wie unter einem Tuch aus Weiß.
Dieser Vollmond trägt keine Aufforderung zur Eile in sich.
Er fragt nicht nach Zielen, sondern nach Wahrhaftigkeit.
Was ist zu schwer geworden?
Welche Gedanken, Erwartungen oder inneren Kämpfe dürfen unter der Schneedecke zur Ruhe kommen?
Der Schneemond wirkt wie ein sanfter Spiegel.
Er zeigt nicht mehr – er zeigt klarer.
Imbolc – das erste innere Feuer
Imbolc wird Anfang Februar gefeiert, wenn die Tage spürbar länger werden.
Es ist kein lautes Fest. Kein sichtbarer Frühling.
Es ist das Anzünden einer einzelnen Kerze.
Imbolc gehört der Göttin Brigid – Hüterin des Herdfeuers, der Heilung, der Poesie und der Quellen.
Sie steht für das, was langsam wieder warm wird.
Für das Vertrauen, dass Leben auch dann wächst, wenn man es noch nicht sieht.
Imbolc fragt nicht: Bist du bereit?
Es fragt:
Was darf in dir ganz vorsichtig wieder beginnen?
Wenn beide sich begegnen
Fallen Schneemond und Imbolc zusammen, entsteht ein besonderer Raum.
Ein Raum zwischen Abschied und Aufbruch.
Der Schneemond hilft, Altes loszulassen –
Imbolc schenkt dem Neuen ein erstes Licht.
Nicht als Plan.
Nicht als Forderung.
Sondern als leises inneres Wissen.
Vielleicht ist es nur ein Gefühl.
Ein Gedanke, der nicht mehr ganz so schwer ist.
Ein Wunsch, der wieder atmen darf.
Ein stilles Übergangsritual
Du brauchst nicht viel.
Zünde eine weiße oder cremefarbene Kerze an.
Setz dich in Ruhe dazu.
Schreib zwei Worte auf: – eines für das, was gehen darf
– eines für das, was bleiben oder wachsen möchte
Leg den Zettel neben die Kerze.
Lass den Moment wirken.
Mehr ist nicht nötig.
Februar – ein Monat des Dazwischen
Der Februar verlangt keine Entscheidungen.
Er erlaubt Unfertigkeit.
Er erlaubt Langsamkeit.
Zwischen Schnee und Licht
zwischen Vollmond und Kerzenflamme
liegt kein großer Umbruch –
sondern der Anfang von Vertrauen.
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Und manchmal ist genau das genug.
Eure Solea✨

